Schulze, Joachim: Unterschied zwischen den Versionen

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Kürschner, 1992, 3408; 2010 (online); Rudolf Behrens, http://www.ruhr-uni-bochum.de/romsem/zeitleiste/schulze.html
 
Kürschner, 1992, 3408; 2010 (online); Rudolf Behrens, http://www.ruhr-uni-bochum.de/romsem/zeitleiste/schulze.html
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Aktuelle Version vom 1. März 2017, 12:37 Uhr

Joachim Schulze (18.2.1938 Duisburg-Hamborn – 25.7.2016 Bochum)

Verf. Frank-Rutger Hausmann

Romanische Philologie, bes. Literaturwissenschaft; Vergleichende Literaturwissenschaft

Stud. Rom. u. Germ. München u. Bonn; 23.2.1966 Prom. (Karl Maurer); Wiss. Assist. Maurers in Bochum; 30.1.1974 Habil. Bochum; 1.3.1976 Prof. Bochum (Nachfolge von Georg Rudolf Lind); 2006 em.

Enttäuschung und Wahnwelt: Studien zu Charles Nodiers Erzählungen, Bonn 1966 / München 1968 (Diss.); Formale Themen in Gian Battista Marinos Lira, Amsterdam 1978 (Habil.-Schr.); Montales Anfänge: Imitatio, Meditation der Landschaft u. Wandlung der Wirklichkeit in „Ossi di seppia“, Heidelberg 1983; Celan u. die Mystiker. Motivtypologische u. quellenkundliche Kommentare, Bonn 21983; Sizilianische Kontrafakturen: Versuch zur Frage der Einheit von Musik u. Dichtung in der sizilianischen u. sikulo-toskanischen Lyrik des 13. Jahrhunderts, Tübingen 1989; Ballata u. Ballata-Musik zur Zeit des Dolce Stil Nuovo, Tübingen 2001; Amicitia vocalis: sechs Kapitel zur frühen italienischen Lyrik mit Seitenblicken auf die Malerei, Berlin 2004.

„Auf gleichem Wege wie zu seiner Zeit HANS SPANKE macht heute der Romanist JOACHIM SCHULZE die zu Lesestoff verstummten Lieder der Sizilianer und Toskaner wieder hörbar und bekämpft damit die von einigen seiner italienischen Fachkollegen erfolgreich verbreitete Doktrin von jenem ,divorzio tra musica e poesia‘, zu dem es in der italienischen Lieddichtung des Mittelalters gekommen sei, weil eine Bindung der Texte an gesungenen Vortrag mit dem dichterischen Anspruch italienischer ,Kunstlyrik‘ unvereinbar gewesen sei. Der Drang, mit einer Forschungsmeinung aufzuräumen, bei der doch die Beweislast trüge, wer sie vertritt, nicht wer ihr widerspricht, mag dabei ein noch stärkerer Antrieb gewesen sein als der schiere Wunsch nach Melodien“ (Andreas Haug, in: Sonja Glauch [Hrsg.] u.a., Projektion – Reflexion – Ferne. Räumliche Vorstellungen und Denkfiguren im Mittelalter, Berlin-Boston 2011, 373).

„Das wachsende Interesse an der Moderne und ihren Spannungen im Verhältnis zur Tradition hat aber seine grundsätzlichen Vorbehalte gegenüber modernistischen Neuerungen im Wissenschaftsbetrieb nie zum Erlöschen bringen können. Pointiert, aber auch nachsichtig ironisch begegnete er – in akademischer Selbstverwaltung und in der wissenschaftlichen Diskussion – aufgeblähten Ansprüchen, die nicht einzuhalten waren. Die Präzision in der Aussage und das Geltendmachen von guten Gründen sind ein Ideal gewesen, dem er selbst immer treu geblieben ist und das er im Kollegenkreis stets bei seinem Gegenüber vorausgesetzt hat - heiter, aufmerksam und gelegentlich an die Kernaufgaben der philologischen Wissenschaften erinnernd. So hat Joachim Schulze über Jahrzehnte hinweg die Bochumer Romanistik mitbestimmt und vor allem dem italianistischen Bereich eine differenziert profilierte Kontur verliehen“ (Behrens).

Kürschner, 1992, 3408; 2010 (online); Rudolf Behrens, http://www.ruhr-uni-bochum.de/romsem/zeitleiste/schulze.html

Zuletzt geändert am 1. März 2017 um 12:37