Eggs, Ekkehard Helmut

Ekkehard Helmut Eggs (10.10.1943 Spielberg, Landkreis Karlsruhe – 3.1.2020 Wietze)

Verf. Frank-Rutger Hausmann

Romanische Philologie, Sprach- und Kulturwissenschaft (Semiotik, Semantik, Rhetorik)

1964 Abitur Bismarck-Gymnasium Karlsruhe; 1964-67 u. 1968-70 Stud. Saarbrücken (Romanistik, Germanistik, Philosophie); 1967-68 Univ. Aix-en-Provence; 1971 Dr. phil. Saarbrücken (Hans Ludwig Scheel, Karl-Otto Apel, Hans Helmut Christmann); 1971-79 AssistProf. FU Berlin; 1976 Vertretungsprof. Hamburg; 1977-79 Marburg; 1978 Habil. FU Berlin (Ref. Dieter Wunderlich, Thomas Kotschi); 1979 C3-Prof. Univ. Hannover; 1989-1997 Fachsprachenzentrum Hannover (Direktor); 2008/09 Prof. a. D.

Deutsche Ges. f. Angewandte Sprachwissenschaft; DRV; Humboldt-Ges. Berlin.

Möglichkeiten und Grenzen einer wissenschaftlichen Semantik. Dargestellt an den Zeichen ,temps‘, ,espace‘ und ,mémoire‘ in M. Prousts A la recherche du temps perdu, Frankfurt a. M. 1971 (Diss.); Die Rhetorik des Aristoteles. Ein Beitrag zur Argumentationstheorie und zur Syntax von komplexen Sätzen (im Französischen), Frankfurt a. M. 1984 (Habil.-Schr.); Die Inszenierung von Politik. Debatten mit Politikern im französischen Fernsehen. 1980-1990, Rheinfelden 1991, 31993; Grammaire du discours argumentatif. Le topique, le générique, le figuré, Paris 1994; Maîtrise du français et économie, Paris 1998.

„Aus meiner Sicht als Literatur- und Kulturwissenschaftler gibt es mindestens zwei Linguistiken: eine, die an literatur- und kulturwissenschaftliche Fragen anschließbar ist und eine andere, wo das nicht möglich ist. Eggs‘ Arbeiten gehören zu ersterer. Womit andere Ansätze keineswegs herabgesetzt werden. Aber diese Anschließbarkeit war ein großer Anreiz für Diskussionen. Es sollte freilich noch einige Zeit dauern, bis wir alle unsere Veröffentlichungen diskutierten. Ich lernte viel von diesen Gesprächen, bewunderte seine Gelehrsamkeit und vor allem seinen Scharfsinn. Er traf so genaue Unterscheidungen, dass ich mich gelegentlich genötigt sah, eine Neigung zur Übergenauigkeit zu kritisieren. Und er hatte durchaus ein offenes Ohr für meine Kritik.
Im Laufe der Jahre legte Ekkehard Eggs ein stattliches Œuvre vor. Ich hebe vor allem seine großen Forschungsartikel im Historischen Wörterbuch der Rhetorik hervor: Argumentation (1992), Grammatik (1993), Logik (2000), Metapher (2000), Metonymie (2000), Res-verba-Problem (2005). Dass er damit beauftragt wurde, zeigt, wie hoch seine Arbeiten in der scientific community eingeschätzt werden. Die Artikel haben fast alle Buchumfang, aber nicht nur den Umfang von Büchern. Mit ihrem Kenntnis- und Ideenreichtum hätte man jeweils mehrere Monographien ,befeuern‘ können. Auch an solchen ließ Eggs es nicht fehlen. Ich beschränke mich darauf, seine Grammaire du discours argumentatif (1994) zu nennen.
Nicht zu übergehen sind schließlich seine viel beachteten Abhandlungen zur ,Ironie‘, die sein ganzes Leben begleitet haben. Dass er eine Fülle von kulturwissenschaftlichen Essays vorgelegt hat (z. B. Zu den Themen ,Napoleon-Karikaturen‘, ,Formen und Funktionen des politischen Diskurses‘) kann ich hier nur ansprechen, ohne sie so eingehend würdigen zu können, wie sie es verdient hätten“ (Hans Sanders).

Kürschner, LH, 1994, 1, 186 (P); http://e-eggs-publikationen.de/; Hans Sanders, „In memoriam Ekkehard Eggs”, Romanistik.de (https://romanistik.de/aktuelles/4440).

Zuletzt geändert am 1. März 2020 um 18:52